Aufbewahrungsfristen für private Unterlagen

aufbewahrungsfristen

Überblick über Aufbewahrungsfristen für deinen Papierkram

Spätestens wenn man (wie im Beitrag Ordnerstruktur privat) seinen Papierkram aufräumen oder seinen Schreibtisch organisieren möchte, kommen Fragen auf, wie lange man Unterlagen eigentlich aufbewahren muss. Folgende Aufstellung gibt dir einen Überblick und Empfehlungen, wie lange du Rechnungen und sonstige Dokumente aufbewahren solltest.
Beachte bitte, dass dies keine Rechtsberatung darstellt. Suche dir im Zweifel anwaltlichen Rat.

2 Jahre

  • Quittungen und Kaufbelege. Die gesetzliche Gewährleistung dauert 2 Jahre. Daher empfiehlt es sich, Quittungen so lange aufzubewahren.
  • Rechnungen von Handwerkern. Du musst Handwerker- und Dienstleistungsrechnungen (die ein Grundstück betreffen) aufgrund Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen mindestens zwei Jahre aufbewahren. Empfehlenswert ist jedoch eine Aufbewahrung von fünf Jahren.

3 Jahre

  • Rechnungen. Für Rechnungen gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. In diesem Zeitraum können vom Rechnungssteller Ansprüche geltend gemacht werden. Daher solltest du Rechnungen bestenfalls drei Jahre aufbewahren.
  • Mietverträge. In der Regel hat man seinen Mietvertrag, solange man in einer Mietwohnung wohnt. Allerdings empfiehlt es sich, diesen auch nach Auszug noch drei Jahre aufzubewahren. Hierzu zählt auch das Übergabeprotokoll.
  • Kontoauszüge. Es gibt hier keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht wie lange du Kontoauszüge aufbewahren musst. Bankunterlagen, Kontoauszüge und Überweisungen solltest du allerdings mindestens drei Jahre aufbewahren, da so lange auch die Verjährungsfrist dauert. So kannst du anhand deiner Kontoauszüge immer belegen, dass du Rechnungen gezahlt hast. Achtung: Selbständige müssen 10 Jahre gewerbliche Kontoauszüge aufbewahren.

5 Jahre

  • Handwerkerrechnungen. Handwerkerrechnungen von Bauleistungen solltest du fünf Jahre aufbewahren. So lange beträgt nämlich die Gewährleistungspflicht des Handwerkers.

6 Jahre

  • Steuerunterlagen. Eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist für private Steuerunterlagen gibt es nicht. Ausnahme: Einkünfte von 500.000 €/Jahr. Hier gibt es eine Aufbewahrungspflicht von sechs Jahren. Empfehlenswert ist dies auch für Normalverdiener, zumal sich steuerrechtliche Bestimmungen auch ändern können, die sich rückwirkend auf deine Steuer auswirken können.

10 Jahre

  • Röntgenbilder: Laut Strahlenschutzverordnung müssen Röntgenbilder mindestens zehn Jahre lang aufbewahrt werden.

30 Jahre

  • Gerichtsurteile.
  • Gerichtliche Mahnbescheide
  • Prozessakten
  • Unterlagen zur Pfändung, Privatinsolvenz oder Kredit

Während Gebrauchsdauer

  • Quittungen und Belege von teuren Anschaffungen. Quittungen von teuren Anschaffungen solltest du behalten, solange die Gegenstände in deinem Besitz sind, bspw. als Nachweis für die Hausratversicherung.
  • Kreditunterlagen. Es empfiehlt sich diese so lange aufzubewahren, solange dein Kredit läuft.
  • Versicherungsunterlagen. Solange eine Versicherung läuft, solltest du auch die Versicherungsunterlagen aufbewahren.
  • Hauskauf / Wohnungskauf Rechnungen. Diese solltest du ebenfalls aufbewahren, solange die Wohnung oder das Haus in deinem Eigentum sind.

Bis zur Rente

  • Arbeitsverträge.
  • Arbeitszeugnisse
  • Gehaltsabrechnungen
  • Meldungen zur Sozialversicherung sowie Sozialversicherungsnachweise
  • Jahressteuerbescheinigungen
  • Kündigungen Arbeitsverträge
  • Schulbescheinigungen
  • Schulzeugnisse
  • Ausbildungszeugnisse
  • Immatrikulationsbescheide

Lebenslang

  • Geburtsurkunde
  • Familienbuch
  • Heiratsurkunde
  • Scheidungsurkunde
  • Sterbeurkunden von Angehörigen
  • Staatsbürgerschaftsnachweise
  • Ärztliche Gutachten
  • Eigentumsnachweise von Immobilien

Fragenkatalog zu Aufbewahrungsfristen für deinen privaten Papierkram

Häufige Fragen zu Aufbewahrungsfriste für private Dokumente auf einen Blick

Wie lange muss ich Bankunterlagen aufbewahren?

Für Bankunterlagen gibt es keine Aufbewahrungspflicht für Privatleute. Es empfiehlt sich allerdings Bankunterlagen wie Kontoauszüge mindestens drei Jahre aufzuheben. So kann man im Zweifelsfall immer nachweisen, dass man Rechnungen bezahlt hat.

Wie lange werden Gerichtsurteile aufbewahrt?

Gerichtsurteile, Mahnbescheide und Prozessakten solltest du 30 Jahre aufbewahren.

Wie lange sollten man privat Mails aufbewahren?

Eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Privatleute Mails aufzubewahren, gibt es nicht.

Erhältst du eine Rechnung per Mail, solltest du diese zwei Jahre aufbewahren, da du nach dem Umsatzsteuergesetz verpflichtet bist, steuerpflichtige Leistungen aufzubewahren.

Wie lange muss man Mietverträge aufbewahren?

Für Mietverträge gibt es keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht.  Es ist ratsam, deinen Mietvertrag so lange aufzubewahren, solange du in deiner Mietwohnung wohnst. Aber selbst nach dem Auszug solltest du den Mietvertrag noch weitere drei Jahre aufbewahren, insbesondere auch das Übergabeprotokoll. Grund: Ansprüche auf Zahlung von Miete oder Betriebskosten verjähren erst nach drei Jahren.

Wie lange muss ich als Privatperson Rechnungen aufbewahren?

Rechnungen und Quittungen sollten man privat zwei Jahre aufbewahren. Dazu bist du sogar gesetzlich verpflichtet: nach  § 14b Abs. 1 Satz 5 UStG soll man (auch privat) Rechnungen und Belege über steuerpflichtige Leistungen zwei Jahre aufbewahren.

Ab wann fängt die Zwei-Jahres-Frist an, privat Rechnungen aufzubewahren? Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Rechnung beglichen wurde.

Wie lange muss ich Steuerunterlagen als Privatperson aufheben?

Steuerunterlagen solltest du nach Abgabe der Steuererklärung mindestens vier Jahre lang aufbewahren. Es ist sogar ratsam, die Steuererklärung als Privatperson auch länger aufzubewahren.

Wie lange muss man Schulzeugnisse aufbewahren?

Es gibt keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht für Schulzeugnisse für Privatpersonen. Es wäre allerdings schade, Schulzeugnisse zu entsorgen, sind sie doch eine Erinnerung an die Schulzeit.

Abschlusszeugnisse solltest du während deines Berufslebens behalten. Bei Bewerbungen sollte diese enthalten sein.

Wissenswert: Schulen müssen dein Schulzeugnis 50 Jahre aufbewahren, da es eine Urkunde ist. Ist dir dein Schulzeugnis abhandengekommen, kannst du eine Ersatzausfertigung bei deiner Schule anfordern.

Wie lange Gehaltsabrechnungen aufheben?

In vielen Situationen werden Gehaltsnachweise gefordert, bspw. bei Beantragung eines Kredits oder einer Wohnungssuche. Daher solltest du diese nicht entsorgen.

Eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht von Gehaltsabrechnungen gibt es für Arbeitnehmer nicht. Anders ist der Fall beim Arbeitgeber: dieser muss deine Gehaltsabrechnung 6 Jahre vorhalten.

Privat solltest du deine Lohn- und Gehaltsabrechnung bis zu Deinem Renteneintritt aufheben. So hast du immer einen Nachweis für spätere Rentenansprüche.

Wie lange müssen Handwerker Rechnungen aufbewahrt werden?

Gem.  § 14b Abs. 1 Satz 5 des Umsatzsteuergesetzes sollten Privatleute Rechnungen und Belege über steuerpflichtige Leistungen zwei Jahre aufbewahren. Hierzu gehören auch Rechnungen von Handwerkern. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem du die Rechnung gezahlt hast.

Bei der Errichtung von Bauwerken (z.B. beim Hausbau) gilt eine Frist von fünf Jahren.

 

Wie lange Röntgenbilder aufbewahren?

Röntgenbilder solltest du laut Strahlenschutzverordnung 10 Jahre aufbewahren.

Wie lange sollte man private Unterlagen aufbewahren?

Pauschal lässt sich nicht beantworten, wie lange man private Dokumente aufbewahren sollte. Es kommt darauf an, welche private Unterlagen man hat.

In der Regel gibt es keine gesetzliche Aufbewahrungsfrist für private Unterlage. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen, bspw. bei Rechnungen. Diese musst du zwei Jahre aufbewahren.

Wie lange muss man Meldungen zur Sozialversicherung aufbewahren?

Die Meldebescheinigungen zur Sozialversicherung, die du jährlich vom Arbeitgeber erhältst, solltest du bis zum Rentenbeginn aufheben. Entstehen Unklarheiten über die Versicherungszeiten, hast du sicherheitshalber immer einen Nachweis.

Wie lange muss man Versicherungsunterlagen aufbewahren?

Versicherungsunterlagen solltest du drei Jahre lang aufheben. Hintergrund ist, dass die Verjährungsfrist bei 3 Jahren liegt. Du solltest Versicherungsunterlagen grundsätzlich aufbewahren, solange deine Versicherung auch läuft.

Brauchst du Hilfe?

Wenn du keine Zeit hast, deinen Papierkram zu sortieren oder damit überfordert bist, kann ich das gerne für dich übernehmen.