Was gehört alles in einen Notfallordner?

Notfallordner
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Warum solltest du einen Notfallordner anlegen?

Wenn es einem gut geht, denkt man oft nicht daran, sich und seine Angehörigen abzusichern. Allerdings kann immer etwas Unerwartetes passieren, bspw. man hat einen Unfall und muss ins Krankenhaus oder verstirbt.
Angehörige sind in schweren Situationen überfordert und haben nicht die Kraft, sich um die Unterlagen des Familienmitglieds zu kümmern. Sie müssen sich alle Dokumente mühsam zusammensuchen und wissen nicht auf Anhieb, was zu tun ist.

Daher ist ratsam, sich schon frühzeitig um einen Notfallordner zu kümmern. Dieser hilft deinen Angehörigen nachzuvollziehen, ob bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden, z.B. ob eine Patientenverfügung und Vollmacht vorliegen, um welche Angelegenheiten sich die Angehörigen kümmern müssen und wen sie in Notfällen kontaktieren können/müssen. Mit einem Notfallordner sind Angehörige in der Lage, schnell reagieren zu können und wissen, was alles zu tun ist.

Was gehört alles in einen Notfallordner?

Achte darauf, dass die Unterlagen im Notfallordner aktuell sind. Überprüfe diese regelmäßig und achte auf Aufbewahrungsfristen. Beschrifte diesen Ordner auch mit „Notfallordner“ und informiere eine Person deines Vertrauens über die Existenz dieses Ordners und wo er im Notfall zu finden ist.
In den Notfallordner gehören alle Unterlagen, die mit dem Thema „Vorsorge“ zu tun haben und Papierkram, der dir wichtig ist. Wie du grundsätzlich deinen  Ordner sortierst, kann du hier lesen: Ordnerstruktur privat. Gerne unterstütze ich dich dabei, einen Notfallordner anzulegen oder deine Unterlagen zu sortieren.

Folgende Unterlagen sollten im Notfallordner enthalten sein:

1. Vorsorgedokumente

Zu den wichtigsten Vorsorgedokumenten gehören:

  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht
  • Betreuungsverfügung

Tipp: Die Vorsorgedokumente kannst du auch im Zentralen Vorsorge­register der Bundesnotarkammer hinterlegen lassen. So vermeidet man im Vorfeld unnötige Betreuungsverfahren und dein Recht auf Selbstbestimmung wird damit gefördert.
Zudem kann das Gericht auch Ärzte darüber informieren, ob es Bevollmächtigte oder eine Patientenverfügung gibt, bspw. wenn eine Einwilligung zu einer das Leben gefährdenden Operation notwendig ist.

Wenn Sie sich bereits im Vorfeld um das Thema „Pflege“ gekümmert haben (z.B. eine Pflege­zusatz­versicherung abgeschlossen haben), sollten diese Unterlagen auch im Notfallordner abgelegt werden.

2. Ausweispapiere

Zumindest in Kopie sollten auch Ausweispapiere und sonstige persönliche Unterlagen im Notfallordner enthalten sein:

  • Personalausweis
  • Reisepass
  • Geburtsurkunde oder Stammbuch
  • Heirats- oder Scheidungsurkunde

3. Testament

Im Notfallordner sollte auch dein Testament enthalten sein. Achte darauf, dass dieses von dir komplett selbst handschriftlich verfasst und mit Vor- und Nachnamen unterschrieben, sowie mit Ort und Datum versehen ist.
Dein Testament kannst du auch beim Nachlassgericht hinterlegen lassen.

  • handschriftlich
  • unterschrieben (Vor- und Nachname)
  • Ort
  • Datum



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4. Medizinische Dokumente

Im Notfallordner sollten auch wichtige ärztliche Unterlagen sein, wie Kranken­akte, Rezepte und Patienteninformationen. So kann auf Anhieb gesehen werden, ob du wichtige Medikamente benötigst, Allergien oder sonstige Vorerkrankungen hast, die für deine ärztliche Behandlung von Bedeutung sind.

  • Krankenakte
  • Rezepte / Medikation
  • Patienteninformationen

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5. Überblick über Finanzen

Ratsam ist auch die Ablage einer Aufstellung über deine Finanzen im Notfallordner.
Diese sollte folgende Informationen beinhalten:

  • sämtliche Verträge (Versicherungen, Mietverträge, Telefonvertrage, etc.) mit Laufzeit, Beitragskosten und Kündigungsfrist
  • Kontoverträge
  • Aufstellung über Kredite mit Raten und Laufzeit
  • Sparbücher
  • Aktien und Wertpapiere
  • Renten– oder Einkommensbescheinigungen

So wissen deine Angehörigen im Notfall, welche Verträge sie kündigen müssen. Nicht immer enden Verträge mit dem Tod des Vertragspartners! Mietverträge zum Beispiel laufen weiter und müssen vom Erben gekündigt werden.
Auch wissen Hinterbliebene, ob sie ein Erbe annehmen oder ausschlagen möchten, wenn sie über die finanziellen Verhältnisse Bescheid wissen.
Im Notfallordner musst du keine Kontoauszüge aufbewahren. Diese kannst du in einen separeten Bankordner einsortieren.

6. Bankvollmacht

Auch wenn du eine Generalvollmacht getroffen hast, ist dennoch eine Bankvollmacht für eine Person deines Vertrauens ratsam. Diese kannst du im Vorfeld bei deiner Hausbank hinterlegen lassen. Viele Banken bestehen auf eine Bankvollmacht für Konten und Depots. Die Bankvollmacht solltest du auch im Notfallordner ablegen.

7. Immobilien

Hast du Immobilien, empfiehlt es sich wichtige Kopien im Notfallordner aufzubewahren.

  • Grundbuchauszug
  • ggf. Unterlagen zur Immobilienfinanzierung

8. Passwörter

Ratsam ist auch Passwörter für Zugänge zu E-Mails und digitalen Portalen zu hinterlegen. In der heutigen digitalen Welt sind oftmals Vertragsunterlagen in einer Cloud und wichtiger Schriftverkehr erfolgt über E-Mail. Da es sich hier um sensible Daten handelt, sollten diese nicht frei zugänglich sein. Du kannst die Passwörter im Bankschließfach oder Safe hinterlegen und die Informationen darüber im Notfallordner vermerken.

9. Kontaktliste

Erstelle eine Liste mit wichtigen Kontakten, die deine Angehörigen im Notfall kontaktieren können.
Dies können nahe Freunde und Familienmitglieder, ein Anwalt oder sonstige Vertrauenspersonen sein.

10. Notfallordner

Du kannst einen normalen herkömlichen Ordner anlegen und diesen als „Notfallordner“ kennzeichen. Es gibt allerdings auch schon fertige Notfallordner und Vorlagen, die du kaufen und ohne großen Aufwand nutzen kannst, bspw. im Shop von Andreas Jansen oder auf Amazon (Affiliate Links):

 

Brauchst du Hilfe?

Wenn du keine Zeit hast, deinen Papierkram zu sortieren oder damit überfordert bist, kann ich das gerne für dich übernehmen.

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